SingleLineDrafting.
Die Methode · Teil VI

Wo die Automatisierung endet und das Urteil beginnt

Veröffentlicht auf ElectroYou: den vollständigen Artikel lesen · Die englische Fassung dieser Serie erscheint auch als Artikel auf unserer LinkedIn-Seite — folgen Sie uns auf LinkedIn

Bei einem Wohngebäude sind die planerischen Entscheidungen an einem Nachmittag gefallen.

Wie viele Steckdosen und Leuchten in jeden Raum gehören, wie sie sich zu Stromkreisen bündeln, wie geschaltet wird, wo der Verteiler steht — ein paar Stunden Urteilsvermögen von jemandem, der das schon oft gemacht hat.

Dann aber ziehen sich die Zeichnungen und das Leistungsverzeichnis über Wochen.

Nicht, weil sie schwierig wären, sondern weil jede dieser Entscheidungen von Hand durch den gesamten Satz getragen werden muss: jedes Symbol gezeichnet und beschriftet, Stück für Stück, die Leitungswege an den Wänden entlanggeführt, die Stromlaufpläne Zeile für Zeile ausgefüllt, Lastbilanz und Spannungsfälle durchgerechnet, am Schluss jede Menge ausgezählt.

Und das sind erst die Wohnungen. Es folgen Flure und Treppenhäuser, die Gemeinschaftsräume, die Tiefgarage — jeweils mit eigenem Verteiler, eigenen Stromkreisen, eigener Beleuchtung, dazu noch die Sicherheitsbeleuchtung. Stunden je Blatt, Tage je Geschoss, Wochen je Gebäude.

Nichts davon ist Ingenieurarbeit. Es ist ihre Folge, mit der Hand ausgeschrieben.

Ein Geschoss eines Wohngebäudes: Leitungswege rot an den Wänden entlang, Hunderte aus dem Grundriss abgeleitete Steckdosen und Leuchten
Ein Geschoss eines realen Gebäudes — die Leitungswege an den Wänden entlang, jeder Punkt aus den Entscheidungen abgeleitet. Das hier ist nur die Folge; die Entscheidungen dauerten einen Nachmittag.

Und genau das lohnt die Automatisierung — die Folgen, nie die Entscheidungen. Stehen Punkte und Stromkreise erst fest, ergeben sich Lastbilanz, Spannungsfälle, Leiterquerschnitte, Schutzorgane, jedes Blatt und jede Zeile des Leistungsverzeichnisses von selbst nach Regel — in Minuten abgeleitet und nie beim vierzigsten Blatt verzählt.

Der Nachmittag des Urteils bleibt beim Ingenieur. Die Wochen des Abschreibens müssen nicht sein.

Wo ziehen Sie die Grenze — was ließen Sie ableiten, und was gäben Sie nie aus der Hand?

Wer dies schreibt, unterschreibt keine Projekte: Norm und Unterschrift bleiben beim planenden Ingenieur. Es geht hier allein um die Methode.

Wie es in der Praxis aussieht

Die Fallstudie zeigt ein reales Wohngebäude von der Grundlage bis zur Unterschrift, mit den DWG-Plänen und dem Leistungsverzeichnis zum Herunterladen. Das erste Projekt bis 5.000 m² ist kostenlos.